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Review: Klub Analog Folge 6 Darstellende Kunst (live auf der Breminale 2009)


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Klub Analog – Folge 6 Darstellende Künste

„Hohes kreatives Potential in Bremen“
Sechste Folge des KLUB ANALOG auf der Breminale: Darstellende Künstler sprachen über ihre Arbeitsbedingungen Strahlender Sonnenschein, zuversichtliche Gesprächsteilnehmer: Der KLUB ANALOG ist für die sechste Folge bei der Breminale eingezogen. Und welches Thema ließe sich dort besser präsentieren als die Darstellenden Künste? Sechs Kreative aus der Branche berichteten über ihre Arbeitsbedingungen. Mit Hoffnung auf etwas kühle Luft wedeln Besucher Programmhefte und Fächer hin und her, doch vom Schwitzen bleibt keiner verschont. Trotz Hochsommer-Temperaturen sind Neugierige, erfahrene Breminale-Besucher und treue KLUB ANALOG-Anhänger zum „De Drohme“- Zelt gekommen. In dem wird gleich über das gesprochen, was auf der Breminale sonst zu sehen ist: die darstellenden Künste. Die bereitgestellten Sitzkartons sind schnell besetzt.

Einen davon hat sich der freie Dramaturg Stefan Mibs ergattert. „Keine Ahnung, was das hier ist“, sagt der 38-Jährige. Der Flyer zur Veranstaltung und das Wörtchen „Netzwerken“ haben Mibs dazu veranlasst, sich die Veranstaltung einmal anzuschauen. Das Zusammenspiel der Tätigkeiten Auf den wirtschaftlichen Aspekt vom Tanz sprach der Kulturwirtschaftsexperte und ehemalige Theatermacher Christoph Backes in der Moderatorenrolle die Tänzerin und Choreographin Jacqueline Davenport an. „Wenn man über 30 wird, wird’s schwierig“ mutmaßt Backes. „Die Tänzer ab 30 sind wunderbare Tänzer“, antwortet Davenport. Sie brächten eine große, menschliche Erfahrung mit auf die Bühne. „Das Problem sind die Choreographen, die nicht wissen, wie sie mit solchen Kapazitäten umgehen sollen“, kritisiert die gebürtige Engländerin. Neben ihren Engagements am Theater leitet Davenport eine Ballettschule. „Als Tänzer will man das erst gar nicht“, erinnert sie sich. Aber der Unterricht sei „sehr spannend und macht viel Spaß“.

Auch Uli Baumann nimmt in ihrer Arbeit unterschiedliche Rollen ein: Als Komikerin hat sie die Figur „Babette“ entwickelt, mit der sie sich finanzieren kann: „Ich spiele das sehr, sehr gerne“, kommentierte sie diese Rolle, doch mit künstlerischen Darstellungen wie beispielsweise „Charles und Erika“ könne sie auch einmal Grenzen ausweiten und überschreiten; „Das ist etwas, das ich auf dem normalen Markt einfach nicht machen kann.“

Lob und Kritik für Bremen
In Bremen deutschlandweit berühmt zu werden, findet die Entertainerin schwierig – nicht zuletzt wegen fehlender Fernsehauftritte. „Greift doch mal auf die Szene zurück“, appelliert sie an Medien wie Radio Bremen. Von ihrer Wahlheimat ist sie dennoch überzeugt: „Es gibt ein unglaublich hohes kreatives Potential in dieser Stadt“, sagt Baumann und zeigt sich von der kollegialen Atmosphäre begeistert.

„Dass man so freigiebig Gigs weitergibt, ist in anderen Städten nicht so“. „Bremen ist eine tolle Stadt“, meint auch Susanne von Essen, die künstlerische Leiterin der Breminale. An dem Festival sei „sehr spannend“, dass es einerseits gefördert, andererseits als GmbH – also auch wirtschaftlich zu betrachten sei. Von Leuten aus der Wirtschaft könne man viel lernen, äußert sich die Ethnologin. „Ich bin aber froh, die Gelder selbst und damit vielleicht ein bisschen anders einteilen zu können“.

Möglichkeiten für Freiberufler
Ob sie gerne freiberuflich sei, will Christoph Backes wissen. „Mit Herzblut“, antwortet von Essen. Die Arbeitsbedingungen für Kreative in Bremen erachtet sie allerdings für ausbaufähig.Es sei sehr schwierig, hier „Formate zu entwickeln“. Mehr „Produktionsplattformen für freie Kompanien“ wünscht sich auch der Regisseur und Festivalproduzent Oliver Behnecke, der seit kurzem wieder in Bremen lebt. Der gebürtige Bremer bekam kürzlich den mit 15.000 Euro dotierten Autoren- und Produzentenpreis der Schwankhalle verliehen. Solche Preise ermöglichen, dass „hier auch produziert wird“, lobt der Kulturprojektleiter. Als Freiberufler sei es für ihn hilfreich gewesen, in Bremen gute Ansprechpartner zu finden. „Ansonsten muss man vor allem konkrete Ideen und Projekte haben, mit denen man an Kooperationspartner herantreten kann.“

Shakespeare Company: Kollektive Zusammenarbeit
Einer der wenigen Festangestellten der Runde ist Michael Meyer. Das Besondere an der Shakespeare Company, meint der Schauspieler, ist die kollektive Zusammenarbeit. Das Programm werde von allen zusammen entschieden und gestaltet. Der Schauspieler verrät, dass in dieser Hinsicht einige Änderungen für einen neuen Anreiz geplant sind: „Wir wollen uns öffnen“, sagt Meyer. Die Kompanie wolle Shakespeare zukünftig in den Kontext anderer Epochen stellen und „ein richtiges Showprogramm“ anbieten.

Wirtschaftskrise: Chance oder Gefahr?
Optimistisch bezüglich der Wirtschaftskrise äußert sich Kim Bärly, eine Travestiekünstlerin des Teatro Magico: Gerade in so einer Zeit wolle man sich ja „ablenken vom bösartigen Leben“. Bärly sieht wie Baumann in der Hansestadt kein Konkurrenzgebaren: „Man nimmt sich nicht die Butter vom Brot, denn die Sparten, die es hier so gibt, sprechen ja unterschiedliche Leute an. Und ich denke, das Publikum ist auch da.“
Austausch und Bühnenshow
Bald stehen die Umbauten für Uli Baumanns Band „Bella Bordella & die Beat Buben“ an. Die Zwischenzeit nutzen die Besucher, um sich bei musikalischer Begleitung von DJ GU auszutauschen. Das ist ganz im Sinne der Veranstalter. Denn mit dem Klub Analog wollen die Clustermanagerin Nadine Portillo, Sandra Prawitt und Sebastian Kuhlmann (Eventagentur Buben und Dame) sowie Reiner Schümer (ELZ) in Unterstützung der WFB nicht nur einzelne Teilbereiche der Kreativwirtschaft Bremens vorstellen, sondern auch eine branchenübergreifende Vernetzung fördern. Das findet der Dramaturg Mibs im Anschluss der Veranstaltung „auf alle Fälle sinnvoll“.

Das nächste Treffen des KLUB ANALOG findet am 6. August um 19 Uhr im Elf², Am
Speicher XI, Nr.11, statt. Das Thema: Pressemarkt in Bremen. Der Eintritt ist frei.