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Review:Klub Analog – Folge 4 – Musikwirtschaft


ka_4Am letzen Donnerstag (14.05.2009) fand zum vierten Mal in der Bremer Überseestadt der Klub Analog, das offizielle Netzwerktreffen der Bremer Kultur- und Kreativwirtschaft zum Thema ‘Musikwirtschaft in Bremen’  statt. Dem anwesendem Publikum bot die von Kai Stührenberg (Musiker und Innovationsmanager bei der big bremen) geleitete Diskussionsrunde mit Oliver Heinz (Fachanwalt für Musikrecht), Nikel Pallat (Indigo GmbH und Manager/Member der Kultband Ton Steine Scherben), Friedel Muders (Fuego), Gunnar Riedel (Trashmonkeys) und André Stuckenbrok (MS Treue) einen spannenden Einblick in die aktuelle Situation nicht nur der Bremer Musikwirtschaft. Dabei wurden vor allem wichtige Themen wie Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Musikbranche sowie Wege der Anpassung auf die durch sie hervorgerufenen Veränderungen diskutiert. Hervorzuheben ist hierbei, dass alle Teildisziplinen der Musikwirtschaft wie Verlagwesen, Labels, Vertriebe/Marketing, Recht, Künstler und Veranstalter von den einschneidenden Veränderungen der Digitalisierung gleichermaßen betroffen sind und auf die unterschiedlichsten Weisen versuchen, zu reagieren und gezwungen sind, den neuen Gegebenheiten durch Innovationen zu begegnen. Das hierbei mitunter schmerzhafte Einschnitte verbunden sind, wurde von allen Talkteilnehmern bestätigt. Auf Seiten der Künstler werden kaum noch große Vorschüsse von den Plattenfirmen gezahlt und müssen sich somit nebei mit anderen Jobs finanziell über Wasser halten. Plattenverträge werden zu einer Art Knebelverträge erweitert (Stichwort: 360 Grad-Vertrag).Vertriebe, Labels und Einzelhändler haben mit drastischen Rückgängen in den Verkaufzahlen zu kämpfen. Viele sind bereits oder stehen kurz vor Kurzarbeit oder Insolvenz. Aber Krisen bergen auch ein großes Potential an Innovationen und neuen Chancen. Wie in vielen anderen Wirtschaftsbranchen, wird auch in der Musikwirtschaft verstärkt auf Interdisziplinarität gesetzt. Kaum ein Musiker kommt zum Beispiel heute noch ohne grundlegende Kenntnisse im Vertrieb, Marketing, Verlagswesen, etc. aus. So hat bspw. die Mannheimer Musikakademie ihre Studiengänge unter dieser Prämisse ausgerichtet. Bleibt nur die Frage, wie die Politik helfend eingreifen und welche Rolle der Staat bei der Unterstützung spielen kann. Im Land Bremen steht hierbei der Kooperationsgedanke im Vordergrund. Durch die zur Verfügungstellung ungenutzter Räumlichkeiten, durch die aktive Unterstützung der big bremen und vor allem durch das Engagement der vielen Musikinitativen und Vereine wird in Bremen versucht, jungen Bremer Musikern die ersten Schritte in das Musikgeschäft zu erleichtern. Das diese Unterstützung noch intensiver ausfallen kann, zeigt das schwedische Beispiel einer Art Grundsicherung für Musiker.
Neben all dem wichtigen thematischen Inhalten setze auch im Hinblick auf das weitere Rahmenprogramm dieser Klub Analog ein Zeichen. Vor und nach der Diskussionsrunde präsentierte die Bremer Band ‘Zeitweise’ zwei unplugged-Versionen eigener Stücke. Im direkten Anschluss übernahm Kult-DJ Agent Wolfinger von den Trashmonkeys das musikalische Zepter, während Punkrock-Legende Fabsi (Weserlabel / ZK) mit seiner gleichnamigen Diashow in einem bilderreichen Vortrag und mit blumiger Wort- und Sounduntermalung von seiner bewegten Punkzeit berichtete. Ein wahres Erlebnis. Danke Fabsi.
Somit sehen wir dem nächsten Klub Analog gespannt entgegen, wenn es das nächste Mal heißt: Klub Analog – Folge 5 – Buchmarkt (Donnerstag, 04.06.2009, 19H , Elf Hoch Zwei, veranstaltet von Buben und Dame im Auftrag der big bremen)

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